Schwerwiegende Mängel im europäischen Emissionshandel beklagen Umweltverbände und untermauern dies mit einer jetzt veröffentlichten Studie. Demnach haben energieintensive Unternehmen - vor allem aus der Stahlindustrie - zu viele Zertifikate kostenlos zugeteilt bekommen. Der Preis für das Recht, eine Tonne des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid (CO2) auszustoßen, ist im November erstmals unter zehn Euro gesunken.
Die britische Umweltorganisation Sandbag hat hierzu ausgerechnet, wie viele Zertifikate einzelne energieintensive Unternehmen seit Beginn der aktuellen Handelsperiode 2008 erhalten haben, und diese mit den tatsächlich ausgestoßenen CO2-Mengen verglichen. Am meisten profitiert hat demnach der Stahlkonzern ThyssenKrupp - dieser hat Emissionszertifikate im Wert von 250 Millionen Euro zu viel erhalten. Auch der Zementproduzent Lhoist und Chemieunternehmen wie BASF gewinnen.
taz